Gegen das Vergessen

22.03.2025 – Die Kolpingsfamilie Iserlohn hatte zu einem Besuch der Gedenkstätte des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Stalag VI A in Hemer eingeladen. Der Leiter der Gedenkstätte, Herr Eberhard Thomas, führte die Gruppe sachkundig durch die Gedenkstätte. Er informierte bewegend über das Leiden und Sterben von Kriegsgefangenen aus vielen europäischen Ländern.
Das Stammlager VI A war eines der größten Kriegsgefangenenlager im Dritten Reich und galt als „Sterbelager“ vor allem für sowjetische Kriegsgefangene. Das Lager wurde im Herbst 1939 eingerichtet und am 13. April 1945 von der US-Armee befreit.
Nach dem Genfer Kriegsgefangenenabkommen von 1929 durften Kriegsgefangene für Arbeiten aller Art eingesetzt werden. Die Gefangenen wurden zunächst in Land- und Forstwirtschaft eingesetzt, später aufgrund des Arbeitskräftemangels in allen Wirtschaftszweigen. Insgesamt haben von September 1939 bis April 1945 weil über 200000 Kriegsgefangene dem Kriegslager angehört. Hunger, Krankheit und Demütigungen bestimmten den Alltag der Gefangenen.
Die Gefangenen waren Polen, Franzosen, Belgier, Briten, Rumänen, Sowjets, Serben und Italiener. 1942 wurde das Lager zum „Sondermannschaftslager für den Bergbau“ deklariert. Für diesen Zweck wurden ausschließlich sowjetische Kriegsgefangenen bestimmt. 1944 waren fast 100000 sowjetische Gefangene in dem sogenannten „Russenlager“. Die Arbeit unter Tage war die schlimmste, zu der Kriegsgefangene eingesetzt wurden.
Der Transport der geschundenen Menschen ging durch die Innenstadt Hemers. Einige Hemeraner versuchten, den Russen heimlich etwas zuzustecken, obwohl das streng verboten war.
„Das Geheimnis der Versöhnung heißt Erinnerung“ – dieses Zitat des ehemaligen Bundespräsident Richard von Weizsäcker ist auch auf der der Informationsbroschüre der Gedenkstätte zu finden. Mit dieser nachdenklich machenden Aussage beendete Herr Thomas seine eindrucksvolle Führung durch die Gedenkstätte.